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07.12.2016
CDU wirft Marquardt „wilde Verschwörungstheorien“ vor
Christdemokraten veröffentlichen Briefwechsel mit Verteidigungsministerium/SPD hat Standort Kötterstraße infrage gestellt
Die münstersche CDU hat ihren Briefwechsel mit dem Bundesverteidigungsministerium zum JVA-Standort veröffentlicht. Die Christdemokraten reagierten damit auf Äußerungen des SPD-Landtagsabgeordneten Thomas Marquardt, die Handorfer CDU habe mit Unterstützung des ebenfalls aus Handorf stammenden CDU-Kreisvorsitzenden Josef Rickfelder einen JVA-Neubau an der Kötterstraße verhindern wollen.
Die CDU weise diese Vorwürfe zurück, heißt es in einer Pressemitteilung, der sowohl der Brief der CDU als auch die Antwort des Ministeriums beigefügt ist. „Die CDU hat den Standort Kötterstraße nicht infrage gestellt wie von Herrn Marquardt behauptet. Das hat aber Marquardts eigene Partei; die SPD getan“, sagte Rickfelder.
Marquardt hatte gegenüber der Presse erklärt, es gebe einen geheimen Brief Rickfelders an Verteidigungsstaatsekretär Brauksiepe. Dieser habe dann später die Neubaupläne an der Kötterstraße einkassiert.
Wie die CDU erklärt, hatten sich im Sommer 2013 der CDU-Kreisvorsitzende Josef Rickfelder und der damalige Ortsunionsvorsitzende Antonius von Schierstaedt an den beamteten Staatssekretär im Verteidigungsministerium Bemelmans gewandt. Zum damaligen Zeitpunkt existierte eine Ratsvorlage, mit der die Stadt sich auf den Standort Kötterstraße/südlich Truppenübungsplatz in Handorf festlegte. „Die ÖDP sah diesen Standort aber kritisch und forderte in einem Ratsantrag, die JVA in der Lützowkaserne nördlich des Truppenübungsplatzes zu errichten“, erklärte Rickfelder. Dagegen habe sich die CDU in ihrem Schreiben an das Bundesverteidigungsministerium gewandt, da man die Kaserne und den Garnisonsstandort Münster nicht schwächen wollte. „Vom Standort Kötterstraße war in unserem Schreiben überhaupt nicht die Rede“, so Rickfelder. 
CDU-Landtagskandidatin Simone Wendland kritisierte Marquardts Äußerungen. „Da soll ganz offensichtlich vom Versagen der rot-grünen Landesregierung abgelenkt werden“, sagte die CDU-Politikerin. Marquardts „wilde Verschwörungstheorien“ entpuppten sich als „völlig haltlos“.
Die Landesregierung sei dafür verantwortlich, dass es im ganzen Münsterland keine JVA mehr gebe und Beschäftigten sowie Angehörigen der Häftlinge lange Wege zugemutet würden. Die Resozialisierung nach der Haftentlassung würde so ebenfalls erschwert. Wendland wies darauf hin, dass der Handorfer Ortsverein der SPD, dem Marquardt angehöre, Monate nach dem Briefwechsel der CDU, den Standort Kötterstraße infrage gestellt habe. „Die SPD hat damals die Ausweitung der Standortsuche gefordert, als man noch davon ausging, mit der Kötterstraße den richtigen Standort zu haben“, sagte Wendland. Dies sei noch immer im Internet nachzulesen. Wendland forderte Marquardt auf, seine politische Phantasie nicht auf das Ersinnen von Schuldzuweisungen an andere zu konzentrieren, sondern auf Lösungen für die immer noch offene JVA-Frage.