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07.09.2015
In Dortmund weiß man, wie wichtig Kirchentage für eine Stadt sind
Der Unfriede von Münster: Thomas Sternberg zu Dortmunds Bewilligung eines Zuschusses für den Evangelischen Kirchentag 2019
„Am gestrigen Abend hat der Rat der Stadt Dortmund mit einer breiten Mehrheit aus SPD, CDU, Grünen und FDP einen Zuschuss in Höhe von 2,7 Millionen Euro für die Ausrichtung des Deutschen Evangelischen Kirchentags (DEKT) 2019 bewilligt. Damit hat sich die Verweigerungshaltung des Rates in Münster nicht wiederholt. Nur die radikalen Rechten und Linken stimmten gegen den Beitrag. Auch in Dortmund wurde der Pappmaché-Moses durch die Stadt gezogen, der auch in Münster polemisch gegen eine Beteiligung der Stadt am Großevent werben sollte. In Dortmund ist man sich der Bedeutung des Kirchentags bewusst. Es geht nicht nur um die große Zahl an auswärtigen Besuchern, Presse und Prominenz über mehrere Tage hin und damit nicht zuletzt ökonomische Gründe. Vor allem sind es die gesellschaftlichen Debatten, die an diesen Tagen diskutiert werden – von Einwanderung, über Wirtschaft und Bildung bis zur Religionstoleranz.
In Münster haben die Grünen mit ihrer Blockadehaltung im Rat einen vernünftigen Kompromiss mehrfach verhindert. Münster wird mit dem Dortmunder Beschluss eine peinliche Ausnahme bleiben. In Leipzig hat der Rat bei nur knapp 4 % Katholiken die große Chance des Katholikentags erkannt. Ein Bürgerbegehren dort erreichte nicht einmal das erforderliche Quorum. Und nun haben die Dortmunder Parlamentarier bewiesen, dass die kirchenfeindliche Stimmung nicht überall durchschlägt. In Dortmund hat man den Unterschied in der Ausrichtung des Kirchentags beachtet: nicht die Evangelische Kirche in Deutschland veranstaltet den DEKT, sondern der DEKT als eigenständiger Verein. So wird auch der 101. Katholikentag in Münster vom Zentralkomitee der Katholiken veranstaltet und verantwortet und nicht etwa von der katholischen Kirche oder dem gastgebenden Bistum. Dortmund hat überlegt und frei von Ressentiments entschieden und damit Münster bis auf die Knochen blamiert.“